Dienstag, 17. August 2010

Requirements Engineering (Anforderungsanalyse) mit Facebook

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Für das Projekt cocktailberater frage ich ab und zu auf der zugehörigen Facebook-Fan-Seite, welche neuen Funktionen für die Nutzer relevant wären. Bisher waren die Antworten immer sehr fruchtbar, daher stelle ich hier meine Vorgehensweise sowie Vor- und Nachteile vor.

Vorgehen
  • 1. Erstelle eine Facebook-Seite für das Projekt.
  • 2. Lade interessierte Facebook-"Freunde" ein und mache Werbung über die Projektseite, Twitter, Newsletter, Blog etc.
  • 3. Wenn du eine kritische Masse an Personen (> 50) begeistern konntest, stelle Fragen zu neuen Produkten und Funktionen auf der Pinnwand der neuen Facebook-Seite. Zeitlich sollte das entweder möglichst früh (7 Uhr) oder am Abend (16 Uhr) passieren, damit es viele Leute lesen.
  • 4. Versuche möglichst nicht in die Konversation einzugreifen sondern bedanke dich für das Feedback erst 1-2 Tage später.
  • 5. Werte die Kommentare und Anzahl der "Gefällt mir" Aktionen aus.
  • 6. Gib in einem weiteren Beitrag auf der Pinnwand bekannt, welche neue Funktion demnächst zu erwarten ist.
    Anforderungsanalyse mit Facebook
    Vorteile
    • ungefiltertes, schnelles und kostenloses Feedback
    • hoher Anteil an interessierten Personen (entspricht evtl. der Zielgruppe)
    • Gefühl der Mitbestimmung am Produkt stärkt die Marke (Prosumer)
    Nachteile
    • keine repräsentativen Daten, da geringe Anzahl an Befragten und da die Zielgruppe nicht immer den Personen, denen die Seite gefällt, entspricht
    • keine Priorisierung der Anforderungen (es sei denn es wurde auch danach gefragt), alternativ über die Anzahl der Dopplungen
    • zu häufige Beiträge resultieren darin, dass den Nutzern die Seite nicht mehr gefällt oder sie die Beiträge ausblenden
    Diese Methode des Requirements Engineering ist sicherlich nur ergänzend zu den bisherigen Methoden zu betrachten. Aber ich habe bisher für Web-Projekte gute Erfahrungen gemacht. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich das Ganze auf andere Endkunden-Produkte übertragen lässt. Allerdings sind Nutzer über 45 Jahre kaum auf Facebook anzutreffen. 

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