Mittwoch, 29. September 2010

Google Search Engine Optimization Starter Guide in Version 2 erschienen


Google hat gestern die zweite Auflage des "Google Search Engine Optimization Starter Guide" herausgebracht (siehe Ankündigung im Google Blog). Auf den 32 Seiten gibt es keine SEO Überraschungen, aber sie bieten eine gute Zusammenfassung. Einige interessante Aspekte möchte ich dennoch kurz herausheben. Wer mehr erfahren will, kann sich die deutsche Zusammenfassung von S1 SEO oder direkt das englische PDF von Google anschauen.

Interessante Aspekte in Kurzform:
  • bei allem gilt, eine Webseite ist für die Menschen und nicht für die Suchmaschinen (zu optimieren)
    • "Creating compelling and useful content will likely influence your website more than any of the other factors discussed here."
  • einfach verständlichen Text schreiben
  • darauf bauen, dass Nutzer die eigenen Inhalte u.a. über Soziale Netzwerke teilen und solche Möglichkeiten anbieten
  • akkurate Seitentitel verwenden, die sich nicht doppeln (z.B. mit Anbietername, Ort, Schwerpunkte)
  • description-Meta-Tag: 1-2 Sätze die informativ sind, aber auch neugierig machen
    • als Ausschnitt wird entweder der Inhalt des description-Meta-Tag, ein Textausschnitt aus der Seite oder aber die Seitenbeschreibung aus dem Open Directory Project (dmoz.de) verwendet
  • verwende kurze, einfach verständliche URLs mit wenigen enthaltenen Schlüsselwörtern
    • URL-Strukur so aufbauen, dass man von hinten beginnend Teile wegnehmen kann (z.B. /2010/09 auf /2010) und so auf eine Seiten einer höheren Hierarchie gelangt
    • Dateinamen für Bilder sinnvoll wählen (Bildersuche)
  • sowohl HTML-Sitemap für Benutzer, als auch eine XML-Sitemap für Suchmaschinen anbieten
    • plus eine XML-Sitemap für mobile Inhalte und eine für Bilder
  • sinnvolle Texte für Links verwenden (auch für interne Links)
    • rel="nofollow" Attribut für Links in Nutzerbeiträgen verwenden (könnte Spam sein) und für Links die auf "böse" Seiten zeigen (um die eigene Reputation nicht zu verschlechtern)
  • 404-Seiten sollten Links zu möglicherweise gesuchten Seite enthalten
  • Doctype für mobile Seiten: XHTML Mobile oder Compact HTML

Donnerstag, 16. September 2010

Erste Berührungen mit diaspora

Family-Aspekt meiner diaspora Seite
Gleich vorweg: diaspora ist noch in der Alpha-Phase. Das heißt es hat noch viele Bugs und ist auch noch nicht annähernd funktionsvollständig.

Wer es selbst ausprobieren möchte, kann sich auf einem drei Testserver (1, 2, 3) einen Account anlegen. Der dritte scheint gerade am schnellsten zu reagieren.

Vom Funktionsumfang sind bisher implementiert: Account anlegen, einloggen, Statusnachricht schreiben, Foto-Alben anlegen, Fotos hochladen, Profilbild einstellen, Foto und Statusnachricht kommentieren. Leider hat ist die Funktion Kontakt hinzufügen noch sehr fehlerbehaftet und nach dem Erstellen einer Statusnachricht oder einem Kommentar muss man die Seite auch noch neu laden.

Es geht also noch nicht allzu viel, aber man bekommt einen ersten Eindruck. Designtechnisch ist alles sehr schlicht gehalten, aber es gibt es ein schönes Schmankerl: im Hintergrund der Alben-Icons läuft eine Diaschau mit den beinhalteten Fotos.

Organisationstechnisch steht der Begriff "Aspekt" im Mittelpunkt. Ein Aspekt trennt die verschiedenen Freundesgruppen wie Schulfreunde, Arbeitskollegen, Familie etc. voneinander ab. Beim Verfassen einer Statusnachricht kann man als Zielgruppe dann entweder alle Aspekte oder nur einen bestimmten auswählen.

Programmiertechnisch steckt hinter diaspora eine in Ruby on Rails programmierte HTML5 Anwendung die ihre Daten in einer MongoDB-Datenbank verwaltet. Es wird viel CSS3, Drag & Drop und sogar Websockets benutzt.

Da das ganze dezentral ist, laufen die Einladungen wie folgt ab:
  • Für den Fall, dass der Kontakt seinen Account auf dem gleichen Server wie man selbst hat, sucht man ihn über seinen Namen und fügt ihn einem sogenannten Aspekt hinzu. Hat der Kontakt seinen Account auf einem anderen Server, fragt man den Kontakt z.B. per E-Mail nach seinem diaspora Benutzernamen und fügt diesen dann einem Aspekt hinzu. Der Benutzername sieht aus wie eine E-Mail-Adresse (benutzername@diasporaserveranbieter.de).
  • Der Kontakt bestätigt die Anfrage indem er selbst den Anfragenden in einen seiner Aspekte einsortiert.
Für den Produktiveinsatz ist diaspora momentan keineswegs zu empfehlen. Aber ich bin gespannt wie sich das ganze weiter entwickelt.

Mittwoch, 15. September 2010

3. Stuttgarter Barcamp, Vortragsnotizen aus "Twitter und Recht" (#bcs3)

Web 2.0, Twitter, Social Media und der §-Dschungel

Auf dem 3. Stuttgarter Barcamp habe ich mir einen Vortrag zum Thema "Twitter und Recht" von Dr. Carsten Ulbricht angehört. Da ich hier einige neue Erkenntnisse mitgenommen habe, die sicher auch für euch zum Teil neu sind, gibt es hier meine Notizen. Allerdings alles ohne Gewähr, ich bin ja kein Rechtsberater ;)

Twitter
  • Accountname ähnlich Domainrecht (nicht fremde Marken gewerblich einsetzen)
    • namechk.com ist der Name schon weg in Social Media?
    • nicht so tun als sei man wer anders
    • Profilbild (Urheberrechte beachten, Recht am eigenen Bild, Markenzeichen)
    • Impressumspflicht (nur geschäftsmäßig, Link zum Impressum (max. 2 Klicks))
      • z.B. auch bei ebay, facebook, ...
      • bei Twitter in die Biografie oder URL in der Hintergrundgrafik anzeigen
    • Inhalte
      • Tatsachenbehauptung (objektiv feststellbar) -> vorsichtig sein, müssen wahr sein
      • Meinungsäußerung -> Meinungsfreiheit ("ich finde"), vertretbar
        • aber keine reine Beleidigung, Verschmähung (Muttiregelung)
    • Wettbewerbsrecht
      • gilt nicht im privaten Bereich, nur im Geschäftlichen zw. Wettbewerbern
      • Unternehmen darf nicht anonym über andere Unternehmen schreiben (muss sich erkennbar machen)
        • Direct Messages (DM) können als Spam eingestuft werden (wie bei E-Mails), wenn Werbung drin ist, nur mit vorheriger Zustimmung des Nutzers (nur "folgen" ist keine Zustimmung für werbliche Inhalte per Direct Messages)
    • Links -> Haftung (kann mich da nicht herausziehen per Disclaimer)
      • Haftung wenn ich mir Inhalt zueigen mache (nicht bei Distanzierung)
      • Link zu youtube mit Copyright-verletzendem Inhalt: noch keine Entscheidung
      • Urheberrecht
        • Schutz bei persönlicher, geistiger Schöpfung
          • Text muss Schöpfungshöhe haben
          • Bilder, Videos und Musik immer geschützt, Nutzung nur mit Einstimmung
          • nicht geschützt: Produktbeschreibung
          • anders Roman, schwer bei Blogeinträgen (Schöpfungshöhe)
          • Zitate: Verwendung von fremden Bild oder Textauszug möglich, mit Nennung woher es kommt
          • Tweets: nur geschützt wenn kreativ (daher eigentlich nicht)
            • Schöpfungshöhe möglich bei Twitter Streams: Gedicht mit 5000 Tweets
          • Tweetinhalte kopieren ok, aber besser anonymisieren
          Haftung für User-Generated-Content (UGC, z.B. Kommentare)
          • nicht Kundendaten von Störer (Kunde) rausgeben (Datenschutz)
          • Betreiber ist Mitstörer: 
            • keine Pflicht zur Vorabkontrolle, Verantwortlichkeit erst ab Kenntnis ("notice & take down"), wenn ein Fall aufgetreten ist, muss ich technische Prüfungsmaßnahmen einrichten (Filtersysteme)
          Weitere Informationen:

          Montag, 13. September 2010

          Barcamp Stuttgart 3 Session: Mobile Webanwendung (#bcs3)

          Application display on all smart phones
          Mobile Webanwendungen, Foto von GoldSpot Media, Flickr

          Auf dem 3. Stuttgarter Barcamp habe ich eine Diskussion zum Thema Mobile Webanwendungen angeregt. Es sollte hauptsächlich um die Frage gehen, ob ein natives Look & Feel notwendig ist und wenn ja, welche Methoden und Frameworks dabei helfen können.

          Hier in Kurzform eine Übersicht der Ergebnisse:
          • Mobile Webanwendungen vs. Native Webanwendungen
            • für graphisch aufwendige Spiele eignen sich native Apps
            • für existierende Webanwendungen eignen sich hybride Apps
              • = App nur mit Browserfenster, welche Webseite öffnet
            • Warum keine reine mobile Webanwendung?
              • Nutzer wollen Apps besitzen und sammeln
              • Handhabung von Bezahl-Apps einfacher als bezahlte Webanwendungen
            • sollte in jedem Fall schnell sein
            • Markeninhaber wollen "Logo" auf Mobilgeräten platzieren um ihre Marke zu verbreiten
          • Natives Look & Feel
            • ist nicht zwingend (Geschmacksache)
            • Hauptsache die Anwendung funktioniert (Beispiel: mobile StudiVZ-Seite)
            • UI sollte schnell reagieren
            • wenn die zu Grunde liegende Webseite unbekannt ist, bietet sich das native Look & Feel an (ermöglicht schnelles zurechtfinden)
            • die meisten Nutzer erkennen kaum einen Unterschied zwischen einer nativen App und einer Web-App, die nativ aussieht
          • HTML 5 Möglichkeiten auf mobilen Browsern
            • es funktioniert schon recht viel: Push, Geo-Location, UI-Events
            • JS-Frameworks: YUI 3, jQTouch, Sencha Touch, iWebKit
              • keiner der Anwesenden hat ernsthaft damit etwas gemacht, wenn nur ausprobiert
            • Problem ist Windows Phone 7, da es kein HTML5 kann

          Sonntag, 12. September 2010

          3. Barcamp in Stuttgart (#bcs3)

          Session queue
          Session queue, Quelle: dhaun (Dirk Haun) / Flickr
          Vom 10. bis 12.09.2010 fand das dritte Stuttgarter Barcamp statt. Ich war zum zweiten Mal dabei und habe wieder viele neue Dinge entdeckt. Wir referierten und diskutierten über Mobile Webanwendungen, Recht im Web 2.0, Schreiben fürs Web, Leben in einer Kommune, Spracherkennung, Scala, die Schweizer Politik, Web Tools, den neuen Personalausweis und viele weitere Themen. Sogar eine Flugdrone in Aktion war dabei und leckeres Essen gab es auch!

          Ein dickes Lob an die Organisatoren und Sponsoren wie MFG, walther's, sonntag morgen, esskultur, failenschmid, Diem & Partner, ETES, NETFORMIC, LIGHTWERK, OTTO, coworking, MOSAIQ MEDIA, Sae Institute, dmc, Sybit, PROUDSOURCING, Deutsche Telekom, sma, Intra2net und Camtasia Studio. Danke!

          Ein paar Impressionen, wie es auf einem Barcamp zugeht findet man im Fotostream von hensch und sauerstoff.

          Ich selbst habe eine Diskussion rund um das Thema Mobile Webanwendungen angeregt. Die Ergebnisse gibt es in Kurzform in meinem nächsten Artikel.